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Judith Albrecht
In and Out of Iran.
Die transnationale Verhandlung weiblicher iranischer Identitäten
(Berlin, Teheran, Los Angeles)

Reihe: Berliner Beiträge zur Ethnologie, Band 33
Weißensee Verlag Berlin, August 2014, 244 Seiten, 26,80 €
ISBN 978-3-89998-221-3


Zur Buchreihe

Über das Buch:
Geht es um einen Blick auf den Zustand der iranischen Gesellschaft, werden seit den politischen Umbrüchen von 1979 oftmals die Bilder von verschleierten Frauen in den internationalen Medien, in der Politik oder in der Kunst aufgegriffen. Judith Albrecht geht der Frage nach wie sich iranische Frauen heutzutage zu ihrer Rolle als nationale Ikonen und Symbole der iranischen Revolution in Beziehung setzen und sich Zuschreibungen und Symboliken verändern und umgedeutet werden. Sie legt den Schwerpunkt dabei auf die transnationalen Verhandlungsprozesse. Im Zentrum dieses Buches stehen zwei Generationen iranischer Frauen und ihre Lebenswelten in drei unterschiedlichen Städten: Berlin, Teheran und Los Angeles. Es ist die Bestandsaufnahme und Analyse einer Suche iranischer Frauen, die in ihrer Sprache und in ihrem Handeln versuchen, den wirkungsmächtigen Zuschreibungen der Islamischen Republik Iran und einer „westlichen“ Welt, die das Religiöse beharrlich in den Vordergrund stellen, etwas anderes entgegenzusetzen.

Als im Jahre 2003 die iranischen Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi der Friedensnobelpreis verliehen wurde, rückte erstmals wieder eine iranische Frau als politische Akteurin in den Fokus des öffentlichen Interesses. Die erste muslimische Nobelpreisträgerin wurde für ihre „Bemühungen für Demokratie und Menschenrechte“ in ihrem Land geehrt. Seither sind iranische Frauen wieder vermehrt ins internationale politische und mediale Interesse gerückt, und meist sind es gerade Bilder und Geschichten iranischer Frauen, die von den Medien aufgegriffen werden.
Der ethnographische Teil stellt das Kernstück des Buches dar. Hier werden die unterschiedlichen Lebenswelten der Frauen beschrieben, die lokalen Kontexte genauer untersucht und die konstituierenden Strukturen wie soziale Herkunft, aber auch politische und kulturelle Strukturen des Landes diskutiert, die Einfluss auf Genderrollen und Identitäten haben. In Kapitel 6 „Transnationale Räume und ihre Bedeutung im Aushandlungsprozess weiblicher Identitäten“ wende ich mich speziellen transnationalen Räume zu, in denen die Akteure/-innen aus Berlin, Los Angeles und Teheran reell oder virtuell aufeinander treffen. Hierbei habe ich die Internationale Iranische Frauenkonferenz, das Internet und das transnationale Projekt einer Theaterproduktion als repräsentative Beispiele transnationaler Räume und Kommunikation ausgewählt und beschrieben.

Judith Albrecht arbeitet seit 2003 als Ethnologin im In-und Ausland und als Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschuleinrichtungen. Die regionalen Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen auf dem Nahen und Mittleren Osten (insbesondere Iran), Libyen und Ostafrika, dort insbesondere auf Tansania und Malawi. Ihre thematischen Schwerpunkte sind Gender, politische Anthropologie, Migration, Transnationalismus- und Diasporaforschung. Durch ihre Ausbildung und Arbeit als Dokumentarfilmerin ist sie auch in dem Bereich der visuellen Anthropologie beheimatet. Aufgrund ihrer Forschungen in Regionen, in den Menschen in Kriegen und diktatorischen Regimen leben oder gelebt haben und oftmals Erfahrungen mit Gewalt gemacht haben, ist die Beschäftigung mit einem individuellem und Kollektivem Umgang von Trauma und Erinnerungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten ein fester Bestandteil ihrer ethnologischen Arbeit geworden.