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Annika Lehmann
Zwischen Zuschreibungen und Selbstinszenierung
Konstruktionen von Geschlechteridealen und -hierarchien
unter Studierenden der Universität Dar es Salaam

Berliner Beiträge zur Ethnologie Bd. 37
Weißensee Verlag Berlin 2015, 120 Seiten, 24,90 €, ISBN 978-3-89998-233-6

zur Buchreihe

Über das Buch:
Bislang existieren kaum ethnografische Untersuchungen zu Gender und Sexualität an Universitäten oder Hochschulen Sub-Sahara-Afrikas. Diese Publikation stößt in die vorhandene Forschungslücke und liefert hiermit neue Ansätze für weitergehende Forschungen in diesem Themenfeld. Grundlage der Arbeit bilden dabei nicht nur „westliche“ Forschungstheorien zu Gender, vielmehr werden ebenfalls Theorien „afrikanischer“ Autor_innen kontinuierlich mit einbezogen.
In dieser Arbeit werden die komplexen Aushandlungsprozesse von Geschlechterrollen im universitären Kontext an der Universität Dar es Salaam in Tansania untersucht. Hierbei werden nicht nur geschlechtsspezifische Selbstinszenierungen von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ unter Studierenden im universitären Alltagsgeschehen analysiert, sondern auch am Campus vorherrschende Diskurse über Familie, Sexualität, Religion sowie Kleidungs- und Körperstilen im Kontext existierender (Ideal ) Vorstellungen von Geschlechterrollen betrachtet. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Diskurse die alltäglichen Interaktionen zwischen Studierenden, u.a. in Lehrveranstaltungen, prägen. Im abschließenden Teil der Arbeit erfolgt eine Betrachtung der Auswirkungen der analysierten Geschlechterideale im Kontext der sensiblen Thematik von sexual harassment an der Universität. Es wird herausgearbeitet, dass Studentinnen einen stetigen Balanceakt im Universitätsalltag vollbringen müssen. Zwar erhalten sie eher soziale Anerkennung über ein attraktives Erscheinungsbild als über gute Noten, jedoch erhöhen schlechte Noten und ein „weibliches“ Auftreten das Risiko sexueller Belästigung.
Inhaltlich werden die vielfältigen Aushandlungsprozesse von Geschlechterrollen unter Studierenden an der Universität Dar es Salaam in Tansania untersucht. Hierbei wird betrachtet, wie sich Studierende im Kontext existierender (Ideal-)Vorstellungen von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ im universitären Alltag selbst inszenieren. Dies geschieht u. a. durch eine Analyse der von ihnen gewählten Kleidung und des jeweiligen Haarstylings, aber auch durch die im Unterrichtsgeschehen getätigten Redebeiträge. Damit einhergehend werden unter den Studierenden vorherrschende Diskurse über Familie, Sexualität, Beruf, Religion als auch Kleidungs- und Körperstilen untersucht und betrachtet, wie diese Diskurse die alltäglichen Interaktionen zwischen den Studierenden prägen und somit Ideale von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ am Campus formen. Im abschließenden Teil der Arbeit erfolgt eine Betrachtung der Auswirkungen der analysierten Selbstinszenierungen und am Campus vorherrschenden Geschlechterideale im Kontext der sensiblen Thematik der sexuellen Belästigung an der Universität. Es wird herausgearbeitet, dass Studentinnen einen stetigen Balanceakt im Universitätsalltag vollbringen müssen. Zwar erhalten sie eher soziale Anerkennung über ein attraktives Erscheinungsbild als über gute Noten, jedoch erhöhen schlechte Noten und ein „weibliches“ Auftreten das Risiko sexueller Belästigung.

Über die Autorin:
Annika Lehmann, ist Regionalwissenschaftlerin mit dem Fokus Ostafrika sowie Sozial- und Kulturanthropologin mit den Schwerpunkten Medizinethnologie und Gender. Zurzeit ist sie an der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum der Technischen Universität München tätig.
Die vorliegende Arbeit wurde 2014 mit dem Nachwuchspreis der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland ausgezeichnet.